Mit Optionen handeln - warum sind Optionsgeschäfte sicher?

Was sind Optionen?

by Andrei Anissimov
in Blog
Ein Optionskontrakt, auch als Option bezeichnet, ist eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien über ein Geschäft in der Zukunft. Es geht hier stets um den Austausch eines Wirtschaftsguts. Der Austauschpreis für das Wirtschaftsgut ist für die Laufzeit des Kontraktes festgeschrieben. Das Wort „Option“ beschreibt bereits den Kern der Vereinbarung: Der Besitzer der Option hat ein Recht, über das er frei verfügt und ausüben kann oder auch nicht. Sie hat eine Laufzeit, innerhalb der der Besitzer der Option sein Recht ausüben kann.

Optionen sind Termingeschäfte. Sie beziehen sich auf einen bestimmten Basiswert. Gemeint ist damit das Wirtschaftsgut, dessen Austausch geregelt wird.

Optionen sind Derivate


Ein Derivat ist eine Ableitung des unterliegenden Wirtschaftsguts: einer Aktie, eines Rohstoffes, Indizes oder eines anderen Basiswertes. Optionen sind Produkte, die auf bestimmte Basiswerte (Underlyings) emittiert werden. Sie regeln die Rechte und Pflichten der beiden beteiligten Parteien ‑ des Käufers und des Verkäufer.

Ein Optionskontrakt beinhaltet zwei Komponenten: Die Laufzeit der Vereinbarung und den so genannten Strike, den Preis, zu dem das Geschäft stattfinden soll. So kann ich heute bereits vereinbaren, in einem Monat eine Aktie zu einem bestimmten Preis erwerben zu können. Wichtig ist, dass ich als Options-Käufer ein Recht habe, diese Aktie zu erwerben. Aber ich habe nicht die Pflicht dazu. Dem Optionsbesitzer steht es frei, sein Recht auszuüben oder die Option verfallen zu lassen.

Ein Call gibt dem Besitzer das Recht, innerhalb eines festgelegten Zeitraumes den Basiswert zum festgelegten Preis (Strike) zu kaufen. Ein Put gibt dem Besitzer das Recht, zum festgelegten Preis innerhalb der Laufzeit zu verkaufen. Ein Optionskontrakt hat üblicherweise ein Bezugsverhältnis von 1:100. Eine Option regelt also das Recht, 100 Einheiten des Wirtschaftsgutes (z. B. 100 Aktien) zu kaufen bzw. zu verkaufen.
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Optionen haben eine asymmetrische Funktion


Was bedeutet das? Ein Call zum Beispiel gibt das Recht, eine Aktie zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Was passiert am Tag des Verfalls? Folgendes Beispiel soll uns helfen, das Konzept der Asymmetrie besser zu verstehen. Wenn wir einen Call mit einem Strike von $ 50 besitzen, haben wir das Recht, die Aktie für $ 50 zu erwerben, unabhängig vom aktuellen Marktpreis.

Wir werden uns nur entscheiden, dieses Recht auszuüben, wenn der Aktienkurs über $ 50 liegt. Liegt der Aktienkurs bei $ 60, ist der wirtschaftliche Vorteil aus dem Besitz der Option $ 10. Dieser Vorteil wird der „innere Wert“ einer Option genannt. Der innere Wert repräsentiert den wirtschaftlichen Vorteil des Besitzers, sein Recht auszuüben. In diesem Falle würden wir die Aktie für $ 50 kaufen und sofort für $ 60 verkaufen, was einen Gewinn von $ 10 Dollar bringt. Liegt der Aktienkurs bei $ 70, so ist unser Gewinn $ 20 usw.

Liegt der Preis hingegen unter $ 50, haben wir keinen wirtschaftlichen Vorteil davon, das Recht auszuüben. Wir können die Aktie am Markt jederzeit günstiger einkaufen. Die Option ist damit wertlos oder anders gesagt: Sie ist „aus dem Geld“ (Englisch: „Out of The Money“). Wir sind besser dran, das Recht nicht wahrzunehmen und die Option verfallen zu lassen. Genau das ist das Prinzip der Asymmetrie: Wir haben das Recht, aber keine Verpflichtung, den Wert innerhalb dieser Laufzeit zum vorher festgelegten Preis zu kaufen.

Die Laufzeit einer Option regelt die Geltungsdauer der Vereinbarung. Optionen können eine sehr kurze Laufzeit von wenigen Tagen haben. Sie können aber auch eine sehr lange Laufzeit von mehreren Jahren besitzen. Gerade bei prominenten, viel gehandelten Aktien können wir aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Laufzeiten auswählen ‑ je nachdem, wie unsere Strategie aussieht.
Optionen handeln

Warum Optionen handeln?


Optionen sind eines der ältesten Instrumente, um Risiken zu senken und Lieferpreise für die Zukunft zu vereinbaren. Insbesondere dem verarbeitenden Gewerbe ist es sehr wichtig, planbare Materialkosten oder auch Abgabepreise festzulegen.

Ursprünglich sind Optionen nicht als Spekulationsobjekt entwickelt worden, sondern um zwei Vertragsparteien Planbarkeit für die Zukunft zu geben. Wenn wir etwas produzieren wollen, dann brauchen wir Sicherheit. Das betrifft zum einen die Rohstoffkosten, zum anderen die Preise, die wir mit unseren Produkten erzielen können. Wenn sich ein Unternehmen ein Angebot von einem Zulieferer einholt, ist das nichts anderes als eine Option: Ich frage an, wie teuer es sein wird, zum Beispiel eine Tonne Sand geliefert zu bekommen. Die Antwort lautet: Wir können ihnen eine Tonne Sand zum Preis von … € liefern. Meistens steht auf dem Angebot: „Dieses Angebot ist zwei Wochen gültig“ oder „Wir sehen uns 14 Tage an das Angebot gebunden“. Schon haben wir unsere erste Option erworben: Unabhängig davon, wie sich der Preis für Sand entwickeln wird, haben wir nun die Möglichkeit, den gewünschten Sand zum angebotenen Preis geliefert zu bekommen. Müssen wir diese Option nutzen? Mit Sicherheit nicht!

Wir können selbst entscheiden, ob wir unsere Option ausüben und das Angebot wahrnehmen wollen oder nicht. Die Option auf die Lieferung wird meistens vom Unternehmen kostenfrei gegeben. Wenn wir nun aber ein Angebot haben möchten, das nicht zwei Wochen sondern zwei Jahre gilt, wird der Lieferant eine Prämie dafür verlangen, sodass er uns den Preis für eine so lange Zeit garantiert. Je länger die Laufzeit des Angebots, desto höher die Prämie, die der Unternehmer von uns haben will. Nun haben Sie die Funktionsweise von Optionen begriffen!

Optionsgeschäfte - wie kam es zum heutigen Stand?


Historisch reicht die Geschichte der Optionsgeschäfte sehr lange zurück: Noch bevor es Börsenblasen oder Spekulanten gab, hatten die Bauern, die Müller und die Bäcker in einer landwirtschaftlich geprägten Wirtschaft das Bedürfnis, ihre Risiken zu senken, indem sie feste Lieferpreise vereinbarten. Denn während der Bauer sein Land bestellt, weiß er nicht, wie gut seine Ernte sein wird. Sein Problem: Fällt die Ernte sehr gut aus, fällt der Preis aufgrund des Überangebotes. Ist die Ernte aber schlecht, hat der Bauer kaum genug Waren zum Verkauf. Der Müller auf der anderen Seite kauft das Korn vom Bauern, mahlt es und verkauft dann sein Mehl an den Bäcker.

Die Beteiligten möchten am liebsten im Vorfeld wissen, wie teuer die Rohstoffe sein werden und wie viel Geld sie für ihre Erzeugnisse bekommen werden. Die Bauern und die Müller treffen also noch vor der Ernte eine Vereinbarung darüber, dass der Bauer sein Getreide zu einem bestimmten Preis an den Müller abgeben kann. Da der Bauer noch nicht wissen kann, wie hoch seine Ernte sein wird, kann er nicht garantieren, die vereinbarte Menge zu liefern. Er hat aber die Möglichkeit, sich gegen Preisschwankungen abzusichern und einen festgelegten Preis pro Tonne zu erhalten. Eine ähnliche Vereinbarung kann der Müller mit dem Bäcker treffen.

Dieses natürliche Bedürfnis nach Absicherung macht den ursprünglichen Charakter von Optionsgeschäften als Absicherungsgeschäfte deutlich. Erst viel später kamen die Händler, die von Dorf zu Dorf wanderten und die lokalen Optionspreise verglichen. Es kam vor, dass in einem Dorf Korn günstiger gehandelt wurde als in einem anderen, zum Beispiel aufgrund des Überangebotes. So konnten die Händler die Optionskontrakte zwischen zwei Dörfern handeln, und dadurch Preisdifferenzen und damit Marktineffizienzen beseitigen. Heutzutage gibt es die elektronischen Börsen und es gibt Spekulanten, die Optionen weniger als Absicherung begreifen, sondern als Spekulationsobjekt. Jedoch wird auch heute der größte Teil des Optionsvolumens als Absicherung vom produzierenden Gewerbe erzeugt.

Optionen eignen sich aber natürlich auch als Spekulationsobjekte. Ein Spekulant kauft eine Option in der Erwartung, dass eine vorhergesagte Kursentwicklung innerhalb einer festgelegten Frist eintreten wird. Er investiert nur einen Bruchteil des Kapitals, das er einsetzen müsste, um gleich den Basiswert, also das gewünschte Wirtschaftsgut in der benötigten Menge zu erhalten. Dadurch erzielt er eine Hebelwirkung und kann innerhalb kürzester Zeit sein Kapital vervielfachen - oder komplett verlieren, wenn er falsch liegt.
Optionen Investment Plan

Bestandteile einer Option


Eine Option ist folglich die Vereinbarung zwischen zwei Parteien (dem Käufer und dem Verkäufer der Option), eine bestimmte Menge eines Gutes (Basiswert oder Underlying) innerhalb eines bestimmten Zeitraums (Laufzeit) zu einem bestimmten Preis (Strike) abzuwickeln. Anders als bei Futures haben wir bei Optionen eine asymmetrische Pflichtenverteilung: der Besitzer einer Option hat das Recht, jedoch nicht die Pflicht, seine Option auszuüben. Der Verkäufer der Option hingegen übernimmt die Verpflichtung und hat keine Rechte. Dafür bekommt er von dem Options-Käufer üblicherweise eine Entschädigung, die so genannte Prämie. Es gibt Optionen auf die unterschiedlichsten Basiswerte. Zum Beispiel:
  • Rohstoffe (Edelmetalle, Erdöl, Industriemetalle)
  • Agrarprodukte (Getreide, Fleisch, Orangensaft)
  • einzelne Aktien und Indizes (Dax, S&P 500, Dow Jones, MDax)
  • ETFs (Exchange Traded Funds) zu fast allen Indizes
  • Währungen (EUR, USD, AUD, CHF, CAD usw.)
  • Futures
Heute werden die Optionsgeschäfte an speziellen Börsen abgewickelt, in Europa unter anderem an der EUREX, in den USA unter anderem an der CBOE (Chicago Board Options Exchange). Diese Börsen sind streng reglementiert und standardisiert, so dass eine seriöse Geschäftsabwicklung garantiert ist.

Rollen beim Optionshandel


Bei einem Optionsgeschäft gibt es immer zwei Parteien: den Options-Käufer und den Options-Verkäufer (Emittent). Beim Optionshandel können wir beide Positionen einnehmen. Damit ist bereits eine deutliche Abgrenzung zu den weit verbreiteten Optionsscheinen gegeben: Optionsscheine können nur von lizenzierten Emittenten herausgebracht werden (wie zum Beispiel Banken). Hierfür benötigt ein Geldinstitut eine spezielle Zulassung.

Jeder kann mit Optionen handeln


Der Optionshandel hingegen ist viel liberaler und steht jedem Privatanleger zur Verfügung, solange dieser die nötige Liquidität mitbringt. Jeder kann mit Optionen handeln! Selbst ohne Vorwissen. Im VIP Trading Club zeige ich unseren Mitgliedern welche Trades wir vornehmen. Diese können eins zu eins im eigenen Depot nachgebildet werden. Somit kann jeder profitable Optionsgeschäfte wie ein echter Profi abwickeln.

In den USA geht der Optionshandel auf eine weitreichende Tradition zurück. Hier ist es tatsächlich dem Privatanleger noch möglich, die Position des Emittenten einzunehmen, während in Europa dieses Recht limitiert worden ist, und diese profitable Rolle ausschließlich zugelassenen Emittenten vorbehalten ist.

Jeder Marktteilnehmer kann eine Option verkaufen


solange er über genug Kapital verfügt, das abgegebene Leistungsversprechen zu erfüllen. Das Kapital dafür wird dann jedoch von dem Broker geblockt. Es dient als Kaution auf die verkaufte Verpflichtung. Muss die Verpflichtung erfüllt werden, ist auf diese Weise sichergestellt, dass genug Kapital vorhanden ist. Damit entfällt das vielbesprochene Emittentenrisiko. Laut CBOE, der weltgrößten Terminbörse, sind bis heute 100% aller Optionen korrekt ausgeführt worden ‑ ohne eine einzige Ausnahme.

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